Resturlaub aufbrauchen die Zweite. Wieder ein freier Montag der für eine schöne Tour genutzt werden sollte. Dieses Mal hat sich ein guter Kumpel spontan den Tag frei geschaufelt, so das einer schönen Tour nix im Weg stehen sollte.
Das Ziel sollte dieses Mal der Harz sein. Hier gibt es eine Vielzahl Felsformationen, auch Klippen genannt, von denen einige besucht werden sollten. Nebenbei standen ein paar Geocaches sowie Harzer Wandernadel-Stempelstellen auf dem Plan.

Der Start der Tour war der kleine Ort Ilsenburg. Hier startet auch der bekannte Heinrich-Heine-Weg. Wer auf Club-Urlaube steht, kann hier im Sommer mit vielen Gleichgesinnten in einer stetigen Geräuschkulisse zum Brocken aufsteigen. Aufgrund der Jahreszeit war jedoch nicht mit all zu vielen Menschen zu rechnen.

Nachdem das Auto geparkt war führte der erste Weg aus dem Tal heraus zum Ilsestein. Am Ilsestein wurde noch schnell ein Geocache eingesammelt und die Stempelstelle Nr. 30 “Gasthaus Ilsestein” der Harzer Wandernadel aufgesucht. Auf dem Ilsestein pfiff aber so ein heftig kalter Wind über die Felsen, dass wir nicht lange blieben und uns auf den Weg zum nächsten Punkt unserer Tour machten.


Als zweites standen die Paternosterklippen auf dem Tourplan. Nicht weit vom Ilsestein und in wenigen Minuten erreicht. Hier galt es einen weiteren Geocache zu finden, der es uns nicht einfach gemacht hat. Trotz Spoilerbild ließ sich die korrekt Position nicht finden. Was vermutlich auch an den tausenden Steinen und Felsen vor Ort lag. Nachdem wir die Klippen weiter und weiter hinabgeklettert waren, haben wir entnervt aufgeben. Beim Aufstieg fiel uns mehr oder weniger zufällig die richtige Stelle ins Auge. Der Geocache war dann auch schnell geborgen.
Die Freude über den Cache war aber schnell verflogen, nachdem ich feststellen musste, dass ich die Kappe meines Objektivs verloren habe. Wir haben zwar versucht die Kappe zu finden, aber in diesem Felsen-Wirrwarr war das mehr als aussichtslos.


Der Weg führte uns dann weiter am Gasthaus Plessenburg vorbei, weiter in Richtung Sonnenklippen. Statt dem direkten Weg wählten wir aber die Variante über Schindelstieg-Schmuckbruchweg-Luchslochweg, da wir so noch die Stempelstelle am Ferdinandstein mitnehmen konnten. Je weiter wir liefen, desto mehr verschwand das grün-braun und wurde durch schönen weißen Schnee abgelöst. An den Ferdinandsteinen war es unterdessen deutlich kühler geworden, sodass Funktionsshirt + Softshelljacke zu kühl wurden. Zum Glück hatte ich noch eine Fleeceweste im Rucksack die für ausreichend Wärme sorgte. Damit war meine Reservekleidung aber auch schon aufgebraucht.

Über unseren kleinen Umweg ging es dann aber doch den Sonnenklippen entgegen. Je näher wir kamen, desto mehr machten sie ihrem Namen auch alle Ehre.


Nach einem kurzen Abstecher durch den Wald waren die Klippen auch erreicht und belohnten mit tollem Ausblick auf den leider in den Wolken verschwundenen Brocken.


Weiter ging es über schneebedeckte Wege zum Molkenhausstern, wo die erste Pause im Schutze der Hütte eingelegt wurde. Nachdem wir schon eine Weile ohne wirkliche Pause unterwegs waren schmeckten die geschmierten Brote natürlich umso besser.

Mit den Landmannklippen stand nun das letzte Ziel auf der Agenda. Als Weg war der nördliche Öhreklippenweg auserkoren. Damit konnten wir dann auch mal die breiten Harzwege verlassen und schlängelten uns zwischen verschneiten Bäumen hindurch und sahen bald selber wie Schneemänner aus. Der Einstieg in den Öhreklippenweg bereite dann aber unerwartete Schwierigkeiten, da sich plötzlich der weitere Wegverlauf im Schnee nicht weiter abzeichnen wollte. Während ich versuchte auf meinem Smartphone in der OpenStreetMap-App die Richtung zu erkennen, probierte mein Begleiter, seines Zeichens diplomierter Geograph, mittels Kompass den einzuschlagenden Weg zu bestimmen. Die Kombination aus digitaler Karte und analogem Kompass veranlasste uns dann über die verschneiten Felsen für Harzer Verhältnisse sehr steil abzusteigen.

Da dies mehr Klettern, inklusiver einiger waghalsiger Sprünge auf tieferliegende Felsen, als wandern war, bin ich mir im nachhinein ziemlich sicher, dass dies nicht der richtige Weg war. Am Ende sind wir aber wieder auf dem richtigen Weg gelandet. Über Blumentopfweg, oberen Brücknerstieg und Treppenstieg arbeiten wir uns dann bergauf Richtung Landmannklippen.

Der Abzweig zu den Landmannklippen war dann wirklich kaum ersichtlich. Wer hier nicht explizit sucht, wird vor allem im Winter, garantiert vorbei laufen. Der Weg selber war eher ein unscheinbarer Pfad, dessen weiterer Verlauf oftmals nur zu erahnen war.

Der Aufstieg auf die Klippen war aufgrund von Schnee und Eis noch einmal eine rutschige Angelegenheit. Oben angekommen gab fanden wir sogar ein Gipfelbuch in das wir uns auch gleich eingetragen haben.

Da uns auch hier wieder ein kalter Wind entgegen blies haben wir uns relativ zügig wieder nach unten gemacht, was aufgrund des Schnee mehr ein rutschen/fallen als klettern war.

Von den Landmannklippen ging es wieder auf einem kleinen Pfad weiter zum nächsten Hauptweg. Als wir dort angekommen waren stand uns nur noch der Rückweg bevor.
Daher ein kurzer Statusbericht.

  • Uhrzeit: 16:15Uhr
  • bisher gelaufen: knapp 17Km

Beim Blick auf den nächsten Wegweiser standen nochmal stramme 11Km angeschlagen um bis nach Ilsenburg zu kommen. Da es bereits zu dämmern anfing hatten wir so die Möglichkeit die mit geschleppten Stirnlampen auch zu nutzen. Da es nun nur noch auf gut zu laufenden Wege bergab ging konnten wir die restlichen Kilometer zügig hinter uns bringen und waren gegen 18Uhr wieder am Auto. Nach 8:40h und 27,4Km gelaufenen Kilometern.

Etwas was uns besonders positiv aufgefallen war ist, dass der Harz nicht immer überlaufen ist. Es kommt nur auf das Timing an. Wir haben den ganzen Tag nur einmal einen anderen Menschen ganz am Ende eines Hauptweges gesehen. Die restliche Zeit gehörte der Harz ganz uns … herrlich.