Damit die Zeit über den Jahreswechsel nicht langweilig wird sollte es noch einmal zum Wandern gehen. Eigentlich war das Ziel ja im Harz schneeschuhwandern zu gehen. Allerdings war das mit den Schneehöhen im Harz nicht möglich. Daher der Plan eine Tour in der sächsischen Schweiz zu machen.
Startpunkt war der Parkplatz am Beuthenfall. Bei leichten Minusgraden ging es von dort zuerst in Richtung Zwillingsstiege. Im Kirnitztal lag zunächt noch wenig Schnee, was sich aber schnell geändert hat.

erster leichter Schneefall

Auf dem Weg hoch zum Bloßstock nahm die Schneedecke dann auch kontinuierlich zu. Zunächst ging es an den Häntzschelstiegen vorbei in Richtung Zwillingsstiegen.

hoch zur Zwillingsstiege

Als wir die Zwillingsstiege erreicht hatten fing es dann auch auch pünktlich an zu schneien. Wie befürchtet waren die Eisen komplett überfroren und entsprechend rutschig. Mit entsprechender Vorsicht ging es dann die ersten Meter nach oben.

Vorhut

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Nachhut

Über die verschneite obere Affensteinpromenade ging es nun zur Wilden Hölle.

Obere Affensteinpromende im Schnee

Durch den Schnee in der Wilden Hölle gestaltete sich der Abstieg sehr interessant. Besonders lustig waren die Momente an denen man unter dem Schnee die überfrorene Eisschicht einer Pfütze durchbrach und bis zum Schienbein im Schlamm steckte.

Irgendwo dazwischen geht der Weg lang

Man beachte die Beintechnik 🙂

Der Rückweg zum Bloßstock sollte direkt unterhalb der Felsen verlaufen. Aufgrund des Schnee war der Abzweig aber irgendwie nicht zu finden. Nach einigem hin und her stellte sich heraus, dass der Einstieg viel weiter oben lag. Nachdem der Weg gefunden war ging es dann zügig zurück zum Bloßstock.

kurz unterstellen um dem Schnee zu entfliehen

Zunächst ging es am Einstieg der Zwillingsstiege vorbei, weiter zu den Häntzschelstiegen.

Wie sich herausstellte war seit dem letzten Schnee niemand die Häntzschelstiege nach oben gegangen. Sozusagen eine Erstbesteigung … sehr schön. Nach einem ersten kritischen Blick auf Schnee und Eis ging es dann nach oben.

sieht ganz schön glatt und eisig aus

Im weiteren Verlauf lag überall eine Schicht lockerer Schnee, so dass mit großer Vorsicht gegangen werden musste.

volle Konzentration

Nachdem der erste Teil geschafft war ging es in den zweiten Teil der Stiege. Der Einstieg war wie immer ziemlich eng. Kurz vor dem Überstieg am Ende der Stiege hallte plötzlich ein Schrei aus der Felsspalte unter mir hervor. Es war niemand abgestürzt! Wie sich aber herausstellte, war meinem Begleiter die Kamera heruntergefallen. Nachdem ich schon froh war die vereisten Tritteisen heil überstanden zu haben ging es also wieder nach unten um die Kamera zu suchen. Nachdem die Stirnlampen in luftiger Höhle aus dem Rucksack gefummelt waren ging es auf die Suche. Die erste Vermutung stellte sich glücklicherweise als falsch raus, da wir diese Stelle ohne Hilfsmittel nie erreicht hätten.

Das da unten war zum Glück nicht die Kamera

Also ging es wieder ganz nach unten und siehe da, direkt nach dem schmalen Einstieg lag die Kamera. Die bange Frage war nun, ob die Kamera den 10m Sturz heil überstanden hat? An der Stelle Daumen hoch für Canon! Die Kamera lief als wär nichts gewesen.

Nachdem wir den Häntzschelstiegen entstiegen waren offenbarte sich eine herrliche überschneite Felsenlandschaft ohne eine einzige Fusspur. Ganz allein, totale Ruhe … herrlich.
Über den tief verschneiten Weg ging es nun zurück zum Hauptweg in Richtung Heilige Stiege. Durch den Schnee erwies sich der Abstieg über die Heilige Stiege als relativ tricky.

Besonders interessant waren die Stellen an denen das Geländer fehlte und man keine andere Wahl hatte, als über die Holzsprossen zu balancieren.

Gleichgewicht halten und nur nicht von den Sprossen rutschen

Von der Heiligen Stiege sind wir dann auf den unteren Terassenweg abgezweigt und weiter in Richtung Rübezahlstiege gelaufen.
Vor den Rübezahlstiegen ging es über die letzte Kante nach oben.

Viel höher hätte es nicht sein dürfen …

Mit bloßen Hände, was für ein harter Hund 🙂

Vor uns lag nun der Einstieg der Rübezahlstiege. Steil, vereist und zugeschneit.

Durch Schnee und Eis war kaum ein fester Halt zu finden. Nach einigem Probieren und dem ersten Absturz haben wir uns dann entschieden bei besseren Bedingungen hier noch einmal her zu kommen. Da Aufgrund des Sturzes ein weiterklettern nicht mehr in Frage kam wurde die Tour zwangsweise mit dem Abstieg nach Schmilka beendet.
Anzumerken wäre noch das wir den ganzen keinen anderen Menschen gesehen haben. Bis auf ein paar halb zugeschneite Fussspuren war nix zu sehen. Sehr angenehm …