Der März war hinsichtlich Outdooraktivitäten nicht wirklich ergiebig. Irgendwie hat es zeitmässig nie richtig gepasst. Als dann der Wetterbericht für die Woche vor Ostern schön schlechtes Wetter ankündigte war klar, dass es mal wieder raus gehen sollte.

Eigentlich war der 31.03. anvisiert, da die Wettervorhersagen starken Niederschlag und kräftigen Wind ankündigten.Während die Wanderklamotten bereits im Auto verpackt waren, entwickelten sich die Prognosen im Laufe des Dienstags von starker Wind immer mehr in Richtung Orkanböhen im Hochharz. Da herabstürzende Äste / Bäume nicht wirklich lustig sind, vor allem, wenn man allein unterwegs ist, wurde die Tour auf den 01.04. verschoben. Die Niederschlagsprognosen waren ähnlich wie am Tag zuvor. Nur die Windgeschwindigkeiten haben sich von über 150km/h wieder bei um die 100km/h auf dem Brocken eingependelt.

Auf dem Weg in den Harz sah das Wetter aber überhaupt nicht schlecht aus. Die Sonne schien, aber aus der Ferne zeichnete sich bereits eine Wolkenglocke über den Gipfeln ab.
Der Weg sollte von Torfhaus, ganz klassisch über den Goethweg auf den Brocken führen. Auf den ersten Metern entdeckte ich zunächst diese Wegsperrung. Der erste Gedanke war: evtl. egen Sturmschäden vom Vortag gesperrt? Wie sich aber herausstellte, wurde hier nur der Weg für Wanderer und Langläufer getrennt. Die Route für Wanderer führte einige Meter weiter rechts parallel zum Weg entlang.

Nicht meine Fussspuren … würde ich nie machen 🙂

Auf den weiteren Metern war das Wetter alles andere als schlecht. Teilweise kam sogar die Sonne raus und taucht die verschneite Winterlandschaft in gleißend helles Weiß. Das erhoffte schlechte Wetter wollte sich irgendwie nicht zeigen.

Schlechtwetterwandern sieht irgendwie anders aus.

Nach einer Dreiviertelstunde waren die Gleise der HSB erreicht. Schön zugeschneit und menschenleer … so hab ich mir das vorgestellt.

Es gibt so bestimmte Rituale, die kann man nicht ablegen. Kommt die die HSB, dann macht man gefälligst ein Foto. Bitte schön …

Das obligatorische Foto

Auf dem Brocken angekommen war alles menschenleer. Keine Touristen zu sehen. Ein paar Meter weiter entdeckte ich dann ein paar Bahntouristen die aufgrund des starken Windes in Richtung Brockenwirt rannten. Ich frag mich immer, wer zu den gepfefferten Preisen, an einem Tag wie diesem, auf den Brocken fährt? Nur um dann oben festzustellen, dass man aufgrund des Wetters nicht sehen kann und sich nicht draußen aufhalten kann. Was amchen diese Leute dann hier oben? Einen Kaffe trinken und wieder runter?

nicht viel los vorm Brockenwirt

Am höchsten Punkt angekommen habe ich freudig festgestellt, dass ich diese Mal für das obligatorische Gipfelfoto wohl nicht anstellen muss. Während sich, bei gutem Wetter, hier Massen von Menschen tummeln, gehört mir dieses Mal alles ganz allein.

am heutigen Tag ganz ohne die üblichen Menschenmassen

Nach einer Pause und einer kleinen Stärkung ging es wieder auf den Weg zurück. Erfreulicher Weise wurde das Wetter zusehend schlechter. Es wurde windiger und fing mehr und mehr an zu scheinen.
Auf dem Weg nach unten konnte man an vielen Stellen sehen wie der Wind schöne Schneeverwehungen bastelt.

Der zunehmend stärkere Schneefall entwickelte sich im Zusammenspiel mit dem Wind zu einem ausgewachsenen Schneesturm und trieb die Flocken horizontal durch die Luft.

Horizontaler Schneefall

Kurz nachdem ich den Paralellweg zu den Gleisen verlassen hatte und den ehemaligen Grenzweg hinab ging kam mir ein Opi entgegen, der in Seelenruhe nach oben stapfte und einen Schlitten hinter sich her zog. Keine Ahnung welche Abfahrten er damit noch vor hatte oder ob er den Schlitten nur als mobile Sitzbank mit sich führte.

Schneefall und Wind ließen auch auf den weiteren Metern nicht nach, was dazu führte, dass ich unterdessen komplett zugeschneit war.

 

Nach knapp 3,5h kam ich dann auch wieder am Parplatz in Torhaus an und durfte dann erst einmal dass Auto vom Schnee befreien.

In den paar Stunden, in denen ich unterwegs war, hat sich die vorher perfekt geräumte Strasse in eine rutschige Eisfläche verwandelt. Auf dem Weg zum Parkplatz waren bereits zwei Autos zu sehen , die auf der eigentlich geraden Straße in die Steinmauern gerutscht waren und nun mit Blechschäden am Straßenrand standen.
Auf dem Weg runter nach Bad Harzburg standen dann den steilen Stellen auch mehrer LKWs quer und blockierten den bergauf fahrenden Verkehr. Aber auch einige PKWs hatte es bereits erwischt und in den Straßengraben befördert.