Als Freund der Stiegen in der sächsischen Schweiz ist man immer auf der Suche nach Tourenvorschlägen mit möglichst vielen interessanten Stiegen. Wer nach Touren mit möglichst vielen Stiegen googelt, der findet zahlreiche Vorschläge, so z.B.:

All diesen Touren ist jedoch gemeinsam, dass der Stiegenspaß meist nach 4-5 Stiegen bereits zu Ende ist. Dabei gibt es doch soviel mehr Stiegen.

Es entstand somit der Wunsch eine Stiegentour zu gehen, welche viele unsere Lieblingsstiegen beinhaltet. Der erste Wurf ist die „Große Stiegentour“ in Variante 1, welche folgende Stiegen/Steige im Gebiet Schrammsteine & Affensteinpromenade enthält:

  • Zwillingsstiege
  • Wolfsstiege
  • Häntzschelstiege
  • Wolfsfalle
  • Steig zum Frienstein
  • Steig von der Winterbergspitze zum Königsweg
  • Stiege Königsweg => unterer Fremdenweg
  • Lehnsteig
  • Rübezahlstiege
  • Heilige Stiege
  • Rotkehlchenstiege
  • Starke Stiege
  • Schrammsteinegratweg
  • Schrammsteine
  • Mittelwinkel

Die Tour startete am Parkplatz Beuthenfall. Wir waren gegen kurz nach halb neun da und konnten so noch den letzten offiziellen Parkplatz ergattern. Vom Beuthenfall ging es am Bloßstock vorbei zur Zwillingsstiege.

Den Aufstieg zur Häntzschelstiege lassen wir zunächst links liegen

Den Aufstieg zur Häntzschelstiege lassen wir zunächst links liegen

Einstieg Zwillingsstiege

Einstieg Zwillingsstiege

Nach der Zwillingsstiege ging es über die obere Affensteinpromenade zur Wolfsstiege.

unscheinbarer Abzweig zur Wolfsstiege

unscheinbarer Abzweig zur Wolfsstiege

Wieder auf dem Königsweg angekommen ging es zurück zum Bloßstock und weiter zur Häntzschelstiege. Der untere Teil war schnell durchklommen.

Aufstieg Häntzschelstiege

Aufstieg Häntzschelstiege

Einstieg Häntzschelstiege

Einstieg Häntzschelstiege

Im oberen Teil hatte Dana gerade begonnen die Stiege zu erklimmen. Dana trug ein Klettersteigset und sicherte sich gefühlt an allem was in ihrer Reichweite war. Da die Handhabung der Karabiner wohl nicht ihre Stärke waren, dauerte das Sichern und Lösen auch gerne mal etwas länger.

Stau in der oberen Häntzschelstiege

Stau in der oberen Häntzschelstiege

Das Highlight kam am Ende der Stiege, nachdem man sich bereits auf den Felsen befindet. Hier gibt es keine Metallspangen mehr, da man bereits wieder normal gehen kann. Nichts desto Trotz befindet sich hier noch ein Drahtseil, an dem sich Dana ordnungsgemäß zu sichern versuchte. Nachdem sie es nach 5 vergeblichen Versuchen geschafft hatte den Karabiner einzuhaken, blickte sie auf und musste feststellen, dass das Drahtseil nur etwa 2m lang ist und man nach 3 gefahrlosen Schritt sich bereits wieder aushaken muss. Aber egal, es haben ja alle  Zeit …

Nach dem erfolgreichen Erklimmen der Häntzschelstiege stand die erste 5min Pause an, um kurz einen Happen zu Essen und etwas zu Trinken.

einmal Nummer 2 mit scharfer Soße

einmal Nummer 2 mit scharfer Soße

Danach ging es über das lange Horn weiter zur Wolfsfalle. Der Weg hierzu zweigt ganz unscheinbar ab und führt über die obere Affensteinpromenade wieder hinunter zum Königsweg.  Hier hatten sich durch den Wind Unmengen an Laub angesammelt, dass man weder Steine und Metallspangen erkennen konnte und mit jedem unvorsichtigen Schritt eine mittelgroße Laublawine auslöste.

23198559844_023f342f2a_h23800584036_3a47901bba_hNach ein paar Meter auf dem Königsweg geht es den Steig zum Frienstein / Idagrotte wieder hinauf.

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Die Idagrotte lassen wir dieses Mal liegen (im wahrsten Sinne des Wortes). Immer weiter geht es nun die obere Affensteinpromenade entlang. Auf Höhe der Winterbergspitze steigen wir wieder über unzählige Treppen auf den Königsweg hinab.

Den Königsweg geht es nun weiter in Richtung Süden. Laut der Karte von OpenStreetMap soll es einen Weg vom Königsweg hinauf zum unteren Fremdenweg geben. Als wir laut GPS an der Kreuzung angelangt waren, war von einem Weg jedoch nichts zu sehen. Es gibt in der sächsischen Schweiz zwar viele Wege, die erst nach sehr genauem Hinsehen als solche erkennbar sind, aber hier zeichnete sich gar nichts ab. Also sind wir der groben Richtung laut Karte gefolgt und den Hang hinauf gestiegen. Laut Karte sollte der Weg zwischen  zwei aufeinander zulaufende Felswänden hindurch gehen. Diese zeichneten sich auch in einiger Entfernung an, weswegen wir nun eine grobe Orientierung hatten. Die Felwände traffen sich dann irgendwann un wir standen vor einer 3-4m hohen mehr oder weniger glatten Wand. nachdem wir uns schon fragten, wie man hier weiter kommen sollte, entdeckten wir einen einzelnen in die Felswand eingelassenen Stahlstift. Das war sie also, die Aufstiegshilfe um die Wand zu überwinden. Mit einigen Verenkungen konnten wir die Wand dann auch überwinden.

ein Eisenstift muss reichen

ein Eisenstift muss reichen

Oben angekommen, ging es dann über den Lehnsteig weiter zur Rühezahlstiege.

auf dem Lehnsteig

auf dem Lehnsteig

Einstieg Rübezahlstiege

Einstieg Rübezahlstiege

Hier haben wir das erste Mal gesehen, dass auch Kinder sich an dieser Stiege versuchen. Etwas verwundert waren wir über die Art der Sicherung. Eine Mutter hatte sich und ihre Tochter mit einem Klettersteigset ausgerüstet und per kurzem Seil verbunden. Nun hat die Mutter ihre Tochter soweit vorgeschickt, wie es die Seillänge zulies. Da das Seil nicht allzu lang war, kam das Kind nicht weit und war nicht in der Lage sich an einer vernünftigen Stelle sicher hinzustellen. Vielmehr musste es genau an einer sehr steilen Stelle darauf warten, dass die Mutter hinterherkommt. Wenn die Mutter nun abgerutscht wäre hätte sie das Kind 1a mit herunter gerissen, ohne das das Kind etwas hätte dagegen machen können. Nachdem wir uns durch die Ausgangsöffnung der Rübezahlstiege gequetscht hatten stand die nächste 5min Pause an.

Anschließend ging es über die die Treppen der Heiligen Stiege hinunter in den Heringsgrund und die Rotkehlchenstiege wieder hinauf.

Heilige Stiege runter

Heilige Stiege runter

Rotkehlchenstiege wieder hoch

Rotkehlchenstiege wieder hoch

Anschließend folgten wieder dem teilweise sehr schmalen und ausgesetzten unteren Terassenweg bis zu seinem Ende. An diesem Ende stand mit der starken Stiege die letzte Kletterei der Tour auf dem Program. Aufgrund der vorhandenen Metallösen, war aber auch diese Wand schnell erklommen und es konnte weiter in Richtung Schrammstein gehen.

Starke Stiege hoch

Starke Stiege hoch

 

2015-11-01_18

die sächsische Schweiz im Abendlicht

Die Schrammsteine erreichten wir kurz vor Sonnenuntergang, was uns die Möglichkeit für ein paar schönen Sonnenuntergangsbilder gab.

Sonnenuntergang auf den Schrammsteinen

Sonnenuntergang auf den Schrammsteinen

Von den Schrammsteinen ging es über den Mittelwinkel wieder hinab. Den Rückweg zum Parkplatz erfolgte über Nassen Grund und die Strasse im Kirnitzschtal.

Hier noch ein paar Daten zur Tour. Insgesamt waren es etwas über 22Km und knapp 2900 kummulierte Höhenmeter, also jeweils knapp 1450Hm im Auf- und Abstieg.