Eine Wanderung zur Trollzunge stand schon beim letzten Norwegen-Trip auf dem Programm. Dieses Mal sollte es aber klappen.

Die Wetteraussichten waren laut norwegischem Wetterdienst: Sonne/Wolken-Mix & 0% Regenwahrscheinlichkeit – kein wirkliches Schlechtwetterwandern. Der Wetterdienst hatte jedoch vergessen, die Prognose dem Wetter auch zukommen zu lassen. Das Wetter war daher eher norwegentypisch. Dicke Wolken, Nebel und feinster skandinavischer Sprühregen, der sich mit stärkeren Regenphasen abwechselte – feinstes schlechtes Wetter also.

Zu Beginn gleich die erste Ernüchterung. Der Parkplatz am Startpunkt war bereits voll. Daher wurden die anreisenden Wanderer einige Kilometer weiter unten gestoppt. Das Auto musste auf einem Parkplatz abgestellt werden und mit einem Shuttlebus weitergefahren werden. Ein Prinzip was man auch in vielen US-Nationalparks findet und welches dort super funktioniert und angenehm zu benutzen ist. Aber die Norweger wären keine Norweger, wenn sie nicht noch eine Möglichkeit finden würden, einem Geld abzunehmen. So musste nicht nur der Parkplatz bezahlt werden, sondern auch der Shuttlebus hoch und natürlich auch wieder runter.

Nachdem der Shuttlebus sich die schmale Strasse hochgeschlängelt hatte ging es am neuen Startpunkt los. Dieser ist nicht mehr an der alten Bahnanlage, sondern ein paar hundert Meter davor. Nichtsdestotrotz geht es sofort steil nach oben. Auf den ersten 2km wird ein Großteil der Höhenmeter der Tour absolviert. Dabei geht es über unzählige Stufen steil nach oben. Aufgrund des feuchten Wetters war dieser Teil der Strecke ziemlich schlammig und glitschig.

Steil nach oben

Steil nach oben

Schlammiger Weg mit Nebelbrühe drüber

Schlammiger Weg mit Nebelbrühe drüber

Nachdem dieser Teil geschafft ist kann man sich auf dem nächsten Stück erst einmal ausruhen da sich der Weg nun zunächst durch ein relativ ebenes Gebiet schlängelt. Im Hintergrund erkennt man aber bereits den nächsten Anstieg. Dieser ist jedoch deutlich kürzer und bei weitem nicht so anstrengend wie der erster Teil der Strecke. Oben angekommen hat man mehr oder weniger auch den höchsten Punkt der Strecke erreicht. Ab hier geht es nun auf nahezu gleicher Höhe noch etwa 7km weiter, von einigen kleineren An- und Abstiegen abgesehen.

Die Brücke hat auch schon bessere Tage gesehen

Die Brücke hat auch schon bessere Tage gesehen

Der weiter Weg erwies sich aufgrund des Regens der letzten Tage als reine Schlammhölle. Während es am Anfang noch ausreichte etwas neben dem Weg zu gehen um nicht im Schlamm zu laufen wurden die schlammigen Stellen zunehmend größer, bis ein umgehen nicht mehr möglich war. Irgendwann waren Schuhe und Hose so schlammig, dass es auch egal war ob man direkt durch den Schlamm lief.

Das schlechte Wetter hält sich

Das schlechte Wetter hält sich

Spiegelglatter See im Nebel

Spiegelglatter See im Nebel

Nach 11km erhob sich dann plötzlich eine größere Menschenmasse aus dem Nebel. Hier musste also irgendwo das Ziel sein. Die Trollzunge lag zwar im Nebel, streckte sich aber trotzdem frech über den Abgrund. Während ich ein paar Riegel zu mir nahm wurde direkt neben mir ein Grill ausgepackt und begonnen Würstchen zu grillen. Bevor mir das Wasser zu sehr im Mund zusammen lief, habe ich mich daher wieder auf den Rückweg gemacht.

Menschenmassen - das Ziel muss nah sein

Menschenmassen – das Ziel muss nah sein

Im Nebel, ohne Boden, noch beeindruckender

Im Nebel, ohne Boden, noch beeindruckender

Auf dem Rückweg lies der Regen dann nach und es kam stellenweise sogar blauer Himmel zum Vorschein. Kurz bevor es auf den finalen Abstieg ging wurde es sogar richtiggehend sonnig.

Der blaue Himmel zeigt sich

Der blaue Himmel zeigt sich

Endlich sieht man mal, wo die Strecke überhaupt langgeht

Endlich sieht man mal, wo die Strecke überhaupt langgeht

Der finalen Abstieg erwies sich dann noch einmal als ziemliche Quälerei. Zum Einen waren bereits 20km zurück gelegt, zum anderen forderte die Kombination aus steilem Abstieg und Schlamm viel Konzentration, was zu ein paar ungewollten Stolpereinlagen führte, die aber glimpflich ausgingen.

Die Gesamtstrecke belief sich laut offizieller Ausschlilderung auf 22,xxkm, laut GPS waren es etwas über 25km.