Unterdessen gibt es ja bereits zwei Varianten der „Großen Stiegentour“:

  • Variante 1: 15 Stiegen & Steige auf 22km und 2900Hm
  • Variante 2: 23 Stiegen & Steige auf 28km und 3700Hm

Im Gebiet Affensteine/Schrammsteine gibt es kaum noch Spots, die in Variante 2 nicht enthalten sind. Ein paar wenige fehlen aber noch …

Hier ist sie also, die dritte Variante der „Großen Stiegentour“. Ein Tour für alle, denen Variante 2 zu mädchenhaft ist. Aber auch für alle, die den Verwandten aus den Alpen mal zeigen wollen wo der Hammer hängt. Dieses Mal wurden noch einige einige Steige westlich der Schrammsteine eingebaut. Herausgekommen ist ein Berserker-Tour über 36km mit über 4600 kummulierten Höhenmetern. Folgende Stiegen sind dieses Mal dabei:

  • Zwillingsstiege
  • Wolfsstiege
  • Häntzschelstiege
  • Wolfsfalle
  • Steig zum Frienstein
  • Steig von der Winterbergspitze zum Königsweg
  • Heringsloch
  • Lehnsteig
  • Rübezahlstiege
  • Heilige Stiege
  • Rotkehlchenstiege
  • Starke Stiege
  • Schrammsteinegratweg
  • Jägersteig
  • Obrigensteig
  • Lattengrund
  • Schießgrund
  • Schrammsteinetor
  • Wildschützensteig
  • Schrammsteine
  • Mittelwinkel
  • Schwarzes Loch
  • kleine Domstiege
  • Domstiege
  • Zurückesteig
  • Reitsteig
  • Wilde Hölle

Satte 27 Stiegen / Steige / Kletterstellen!!! Es fehlt lediglich die „Breite Kluft“. Hier ist mir trotz ewigen Probierens noch keine sinnvolle Route eingefallen, diese zu integrieren ohne etwas anderes wegfallen zu lassen.

Nachdem grob erklärt wurde, was dieses Mal geplant ist sind alle potentiellen Mitwanderer abgesprungen – es war also wieder eine Solo-Tour angesagt. Um ausreichend Zeit zu haben ging es wieder früh los. 10 vor 7 stand ich auf dem Parkplatz Beuthenfall. Um diese Zeit ist es auch am Wochenende kein Problem einen Platz zu kriegen. Der Start der Tour orientiert sich wie schon so viele Male an der Tour Stiegen von Ingo auf www.wandern-saechsische-schweiz.de. Allerdings erfolgt der Abstieg zwischen Zwillingsstiege und Häntzschelstiege nicht über die „Wilde Hölle“ sondern über die Wolfsstiege. Das liegt einfach daran, dass sich bei meiner Tour die „Wilde Hölle“ besser als finaler Abstieg am Ende der Tour anbietet.

freie Parkplatzwahl am frühen Morgen

Vom Parkplatz Beuthenfall geht es zunächst hinauf zum Bloßstock. Hier warten mit Zwillingsstiege und Häntzschelstiege gleich zwei Highlights der Tour. Den Begin macht die Zwillingsstiege. Es geht daher zunächst am Aufstieg zur Häntzschelstiege vorbei. Auf dem Weg zur Zwillingsstiege ist mir aufgefallen, dass das Hinweisschild nicht mehr vorhanden ist. Vandalismus oder gibt es hier einen offiziellen Grund für?

in der Zwillingsstiege

Ausblick oberhalb der Zwillingsstiege

Nachdem die Zwillingsstiege erklommen ist muss es irgendwie wieder nach unten gehen um zurück zur Häntschelstiege zu kommen. Ich habe mich hier für den Weg über die Wolfsstiege entschieden. Der recht unscheinbare und nicht ausgeschilderte Abzweig ist schnell erreicht. Bis auf eine kleine Kletterstelle ist der Abstieg ganz entspannt. Auf Grund der Nässe aber recht rutschig. Obwohl es bei der Ankunft auf dem Parkplatz nur 8Grad waren ist mir bereits so warm, dass die Softshell-Jacke runter muss und es im T-Shirt weiter ging.

Kletterstelle in der Wolfsstiege

wieder auf dem Könisgweg

Auf dem Könisgweg angekommen geht es zurück zum Bloßstock und weiter zur Häntzschelstiege. Wo man am Wochenende zur späterer Stund auf viele Menschen trifft ist zu so früher Zeit niemand unterwegs. Dadurch geht es dieses Mal zügig die zwei Teilstücke der Häntzschelstiege hinauf bis man oben auf dem Langen Horn ankommt. Es ist immer wieder ein schönes Gefühl, wenn man der Häntzelstiege entsteigt und hier oben noch keine Menschenseele ist. Einfach herrlich hier die Ruhe und Aussicht zu genießen.

untere Häntschelstiege

Ausblick oberhalb der Häntschelstiege

Vom Langen Horn führt nur ein Weg weg und dieser führt direkt an der nächsten Stiege vorbei. Da wir keine Stiege auslassen wollen geht es also über die Wolfsfalle wieder hinunter.

Wolfsfalle

Wieder auf dem Königsweg angekommen geht es weiter zum Frienstein. Hier geht es dann über unzählige Treppen wieder hinauf  auf den Affensteigweg und am Abzweig zur Idagrotte vorbei.

Treppen hinauf zum Frienstein

Wir folgen dem Affensteigweg, da an dessen Ende eine weitere Treppenanlage steht, die wir auf keinen Fall auslassen wollen.

Rest eines gefrorenen Wasserfalls

Über die Treppen kommen wir wieder hinunter zum Königsweg – bereits das dritte Mal heute.

Vom Königsweg geht es in einem Bogen über das Heringsloch wieder hinauf auf den Reitsteig.

Heringsloch

Oben angekommen geht es entspannt weiter in Richtung Lehnsteig. Auf diesem Stück gab es dann noch eine lustige Begegnung mit einem Pärchen. Nachdem ich mich bereits in der Wolfsfalle meiner Jacke entledigt hatte und nur noch im T-Shirt unterwegs war, kam sie mir mit Jacke+Mütze+Handschuhe entgegen. Wir haben uns beide einen ungläubigen Blick zugeworfen und sind dann schmunzelnd weiter.

Über den Lehnsteig ging es dann wieder hinab und weiter in Richtung Rübezahlstiege.

Lehnsteig

Im Gegensatz zum letzten Mal war diese Mal keine Menschenseele in der Rübezahlstiege. Da ich bei dieser Tour nur mit einem kleinen 15L Rucksack unterwegs war, hatte ich die Hoffnung, die Rübezahlstiege ohne Ablegen des Rucksack durchsteigen zu können. Leider war es trotz des kleinem Rucksack zu eng. Es half also nix, Rucksack runter und auf den letzten Meter voranschieben.

Rübezahlstiege

Oben angekommen ging es über die Heilige Stiege wieder hinab und weiter Rotkehlchenstiege.

Heilige Stiege

Die Rotkehlchenstiege ist nach wie vor etwas unglücklich in alle Varianten der „großen Stiegentour“ eingeplant. Bisher habe ich keinen sinnvollen Weg gefunden, um die Rotkehlchenstiege von oben kommen zu durchsteigen. Da es zuvor durch die Rübezahlstiege geht, welche nur im Aufstieg sinnvoll ist, kann man die Heilige Stiege nur absteigen und kommt somit von unten an die Rotkehlchenstiege. Da der weitere Weg aber über den unteren Terassenweg führt bedeutet dies die Rotkehlchenstiege zunächst komplett zu erklimmen und dann das oberste Stück wieder abzusteigen um  zurück zum unteren Terassenweg zu kommen.

Rotkehlchenstiege

Der untere Terassenweg begeistert wie immer durch seine tolle Aussicht und die vielen schmalen Stellen, an denen man nur wenige Zentimeter neben dem Abgrund läuft.

kleine Kletterstelle auf dem unteren Terassenweg

Der Weg endet zwangsläufig vor der „Starken Stiege“. Man kann alternativ auch weiter absteigen, wer aber weiter in Richtung Schrammsteine will, kommt dort nur über die „Starke Stiege“ hin.

Starke Stiege

Nach dem Ende der „Starken Stiege“ bin ich dummerweise falsch abgebogen und zunächst dem oberen Terassenweg in Richtung Rauschespitz gefolgt. Zum Glück habe ich diesen Fehler bereits nach ein paar Meter bemerkt und habe so nur einige Meter Umweg gemacht.

Die Tour führt zunächst immer weiter über den Schrammsteinegratweg. Bevor es aber zu den Schrammsteinen geht, führt der Weg über den Jägersteig wieder hinab.

Jägersteig

An diesem Punkt unterscheidet sich die „Große Stiegentour“ Nummer 3 von Nummer 2. Während es bei Nummer zwei direkt über den Wildschützensteig wieder nach oben zu den Schrammsteinen geht, führt die heutige Tour weiter hinab fast bis zur Elbe. Leicht oberhalb der Elbe führt der Weg fast bis zur Strasse nach Ostrau. Warum? Weil es hier noch einige Steige gibt, die wir natürlich mitnehmen wollen geht es zunächst über den Orbigensteig wieder hinauf. Oben angekommen, geht es über den Lattengrund wieder hinab. Weiter geht es zum Schießgrund und diesen wieder hinauf in Richtung Schrammsteine.

Lattengrund

Auf dem Weg zu den Schrammsteine liegt noch eine weitere Kletterstelle, welche wir natürlich nicht links liegen lassen wollen. Also weiter durch das Schrammtor in Richtung Wildschützensteig.

Schrammtor

Über den Wildschützensteig gelangt man unmittelbar vor die Schrammsteinaussicht. Der Wildschützensteig war aufgrund des Wetters der vorherigen Tage leider ziemlich nass und matschig.

Wildschützensteig

Auf das obligatorisch Foto von der Schrammsteinaussicht soll natürlich auch dieses Mal nicht verzichtet werden.

Schrammsteinaussicht

Über den Mittelwinkel und seine Leitern geht es wieder hinab und weiter in Richtung „Schwarzes Loch“.

Mittelwinkel

Schwarzes Loch

Über das „Schwarze Loch“ führt der Weg dann zurück auf den Schrammsteinweg in Richtung Dom. So langsam wurde es auf den Wegen auch leerer und es waren kaum noch Menschen anzutreffen.Kurz vorm kleinen Dom traf ich dann noch auf ein Pärchen mit Hund, welche sich irgendwie verlaufen hatten. Ausgerüstet nur mit ihrem Wanderführer (ich glaub Rother), ohne GPS, ohne ordentliche Karte hatte sie irgendwie die Orientierung verloren. Einzig die Karte im Wanderführer (etwa A5 groß) hatten sie zur Hand. Da auf dieser Karte aber nur fett rot der zu gehende Weg, aber sonst kaum eine andere Orientierungshilfe eingezeichnet war, war eine sinnvolle Orientierung nicht möglich. Zumindest wussten sie noch, dass sie an der Ostrauer Mühle geparkt hatten. Aber wie schickt man sie jetzt auf sicherem Weg dorthin? Eine brauchbare Karte zur Orientierung hatten sie nicht, womit der direkte und kürzere Weg ausfiel. Ich hab sie daher über den Sandlochweg in Richtung Nasser Grund geschickt, der ja an den meisten Kreuzung ausgeschildert ist. Mit Erreichen der Kirnitzsch sollten sie dieser flussabwärts folgen und würden dann zwangsweise an ihrem Auto ankommen. Ob es geklappt hat …

Mein Weg führte dann über die kleine Domstiege weiter zur Domstieg. Dieses Mal habe ich den Abstieg zur Domstieg auch direkt gefunden und mir eine Kraxelei wie beim letzten Mal erspart.

Kleine Domstiege

Domstiege

Mit dem Durchsteigen der Domstiege war auch der letzte Anstieg auf dieser Tour geschafft. Nun folgte nur noch der Abstieg durch die Wilde Hölle und der Rückweg zum Parkplatz. Hier kam ich dann nach knapp 11h völlig am Ende wieder an.